DER OBERGRASHOF

Ort und Menschen

Die Gemeinschaft am Obergrashof

Der Obergrashof liegt zwischen Dachau und Oberschleißheim angrenzend an das Naturschutz­gebiet Schwarzhölzl.

Der städtische Gutshof, vormals Eigentum der Münchner Löwenbrauerei, heute der Stadt München, hat als landwirtschaftlicher Standort eine relativ junge Geschichte, die erst mit der Moorkultivierung Mitte des 19ten Jahrhunderts beginnt.

Der Hof ist umgeben von Gräben, Bachläufen und Hecken. Es finden sich kleine Strukturen, die vielen Nutzinsekten, Vögeln und Kleintieren Lebensraum bieten – gute Voraussetzungen also für den Aufbau eines biologisch dynamischen Betriebes, der diese Lebensvielfalt zur Basis seiner Wirtschaftsmethode macht.

Panorama am Obergrashof

Die Hofstelle mit Wohn-, Arbeits- und Stallgebäuden ist weitläufig; Leben, Arbeit und Pädagogik verweben sich bereits aufgrund der örtlichen Gegebenheiten.

Die Gärtnerei wurde 1990 gegründet und stetig erweitert und ausgebaut. Auch ein Kindergarten und pädagogische Arbeit, nahe an Landwirtschaft und Umwelt, finden nun hier ihren Platz.

Die vielfältigen Aufgaben am Hof ziehen eine große Zahl von Menschen an. Neben den 6 ansässigen Familien finden 25 festangestellte Mitarbeiter, bis zu 25 Saisonarbeiter und 8 Lehrlinge ihren Arbeitsplatz und ihr Einkommen auf dem Obergrashof.

Geschichte

Obergrashof alte Hofansicht

Die frühere Hofansicht...

Obergrashof nach dem Abriss

...und nach dem Abriss

  • 1870 dient der Obergrashof in erster Linie der Torfgewinnung. Den nutzt die Münchner Löwenbrauerei als Brennstoff für ihre Sudkessel. In der Folge von Torfstich und Trockenlegung beginnt die landwirtschaftliche Nutzung, anfangs als "Gras", dann auch als Ackerbetrieb.
  • 1894 wird der Hackenhof angekauft um den dortigen Lehm- und Sandhügel für die Moordamm-Kultur zu verwerten und den Moorboden aufzuwerten. Ein einfacher Verbindungsweg vom Obergrashof zum Hackenhof entsteht.
  • 1900 wird die Torfausbeutung vollständig eingestellt und vollständig in eine land– und forstwirtschaftliche Nutzung überführt.
  • 1906 forstet man auf Ödflächen Fichten und Föhren auf, um Brennmaterial zu gewinnen.
  • 1915 – 1918 werden der Sau- und Kalterbach hauptsächlich von französischen Kriegsgefangenen neu ausgehoben, vertieft und begradigt.
  • 1920 erzeugt der Hof hauptsächlich Heu, Stroh und Getreide aber auch Kartoffeln und Milch.
  • 1920 – 1980 wird die Landwirtschaft zunehmend intensiviert. Hecken werden beseitigt, Flächen zu wenigen großen Schlägen zusammengelegt und die Fruchtfolge stark eingeschränkt.
  • 1980 kauft die Stadt München den Obergrashof.
  • 1989 Umsetzen eines umfangreichen Renaturierungskonzepts mit Heckenaufforstung, der Anlage von Feuchtbiotopen und der Umstellen auf ökologischen Landbau durch die Landeshauptstadt München.
  • 1990 schließt Florian Zebhauser mit der Stadt München einen ersten Vertrag und pachtet 5 ha Ackerland und die gärtnerische Bewirtschaftung beginnt.
    Es erfolgt die Anerkennung zum Demeterbetrieb.
  • 1991 übernimmt Julian Jacobs die rechtliche und wirtschaftliche Verantwortung.
  • 1993 beginnt Peter Stinshoff seine Tätigkeit auf dem Obergrashof, zunächst als Angestellter. Folgende Betriebsschwerpunkte werden in den folgenden Jahren herausgebildet:
    • Vielfältiger Freilandgemüseanbau für den regionalen Frischmarkt
    • Tierhaltung
    • Saatgutarbeit mit Ertragsanbau und Vermarktung samenfester Sorten
    • Berufsausbildung zahlreicher Lehrlinge
    • Etablieren eines leistungsfähigen Teams fester Mitarbeiter und Saisonarbeitskräfte
    • Kinderbetreuung und Landwirtschaftspädagogik
    • Hofladen
  • 1998 ändert die Gärtnerei ihre Rechtsform und wird nun von Julian Jacobs und Peter Stinshoff als GbR geführt.
  • 2003 gibt es einen Großbrand am Obergrashof. Ein großer Sachschaden ist die Folge. Es gibt viel Hilfe aus dem Umfeld in Form von Mitarbeit, Spenden, Privatdarlehen und Stillen Beteiligungen.
  • 2004 bis Heute: Weiterer Ausbau der Gärtnerei, der Landwirtschaft und der pädagogischen Arbeit.
  • 2011 Gründung des Bauernhofkindergarten Spielraum Obergrashof e.V.

Nach oben