DER OBERGRASHOF

Neuzulassung Kohlrabi "Rasko"

2010 schloss die am Obergrashof weiterentwickelte Kohlrabisorte "Rasko" das zweite Prüfjahr beim Bundessortenamt erfolgreich ab. Damit ist sie die zweite Kohlrabisorte, die von Kultur­saat projektiert wurde und in eine Sortenneuzulassung mündet.

Kohlrabi Zuchtlinie

Zuchtlinie Kohlrabi

Das freut uns besonders, ist doch "Rasko" eine Sorte, die vor über 35 Jahren von Herrn Ilmar Randuja am Ekkarthof in der Schweiz ent­wickelt wurde. Herr Randuja ist der Pionier der biologisch-dynamische Gemüsezüchtung schlechthin. Seit ca. 1965 arbeitete er an der Entwicklung von biologisch-dynamischen Gemüsesorten. Sein umfangreiches Sortiment vertrieb er überwiegend an Hausgärtner, der Erwerbsanbau war zurückhaltend.

"Rasko" zählt zu seinem Erbe, geriet jedoch nach seiner tätigen Zeit fast in Vergessenheit. So war die Sorte auch in der Schweiz nicht mehr verfügbar. Nur geringe Saatgutreste waren noch in unserem Saatgutlager am Obergrashof vorhanden. Ebenso war auch in der Gärtnerei Ekkarthof nur noch wenig überlagertes Saatgut verfügbar.

Im Rahmen des Projekts EHZ-Bank fiel "Rasko" bei Vergleichen in einer Sichtung noch zuge­lassener samenfester Kohlrabisorten bei den Qualitätsuntersuchungen auf: Der Geschmack war süß und angenehm aromatisch bis nussig, die Innenqualität war durchweg zart. Die Lebens­kräfte bilden eine kräftige, und zugleich differenzierte und harmonische Gesamtkomposition. Die äußere Erscheinung war etwas uneinheitlich und wenig praxistauglich.

Vermutlich spielt die jahrzehntelange biologisch-dynamische Vergangenheit, Raskos "Gedächt­nis", eine große Rolle bei der Qualität der Lebenskräfte, dies legen Beobachtungen bei anderen Sorten nahe. Die Zartheit der Knolle ist Ergebnis konsequenter Auslesezüchtung. So entstand die Motivation, diese durch ihre lange biodynamische Vergangenheit besondere Sorte für den ökologischen Erwerbsgemüsebau wieder zur Verfügung zu stellen.

Das Hauptaugenmerk wurde nun darauf gerichtet, die innere Qualität mindestens zu halten und die äußeren Merkmale so zu entwickeln, dass "Rasko" auch für den Erwerbsanbau eine attraktive Sorte wird. Im Einzelnen wurde vor allem auf einen sehr gut abgesetzten Strunk (Erleichterung bei der Ernte), die Einheitlichkeit des Bestandes und ein kräftiges Laub geachtet. Eine um einige Tage längere Entwicklungszeit als sie Hybridsorten zeigen, geht Hand in Hand mit den oben beschriebenen Qualitäten.

"Rasko" ist für den Anbau im Frühjahr, Frühsommer und Herbst geeignet und zunehmend findet diese Sorte Freunde in der Praxis Damit ist und ein weiterer Mosaikstein gelungen im Projekt:

hybridfreier ökologischer Gemüsebau.

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